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04.10.2016
Der Fliegende Holländer in Singapur
Der Fliegende Holländer in Singapur
Das Interview mit dem RWVI-Präsidenten führte Juliana Lim:
Wann sind Sie der Wagner-Musik zum ersten Mal begegnet?
Ich hatte ab meinem 6. Lebensjahr bei meinem Großvater Violineunterricht und besuchte mit ihm als Schüler die damals in Bayreuth angebotenen Symphoniekonzerte, z. B. der Bamberger Symphoniker. Danach war ich ein großer Liebhaber der symphonischen Werke von Beethoven und Bruckner.
Erst später, im Alter von 16 Jahren, bekam ich eine Schallplatte des „Fliegenden Holländer“ geschenkt, das war mein erster Kontakt zur Musik Richard Wagners.

Wann sahen Sie zum ersten Mal eine Oper von R. Wagner vollständig und waswar das für eine Erfahrung?
Meine erste Wagner-Oper durfte ich 1964 im Festspielhaus in Bayreuth erleben. Meine damalige Freundin und spätere Ehefrau hatte einen Ferienjob als „Blaues Mädchen“ - so wurden damals die Platzanweiserinnen im Festspielhaus genannt- und konnte mich damals ab und zu beim Schließen der Tür noch mit auf die Treppe nehmen, und ich sah damals erstmals die „Meistersinger“ (mit Jess Thomas und Anja Silia), aber später noch Teile des „Rings“ (mit Theo Adam und Astrid Varnay). Ab diesem Zeitpunkt im Jahr 1964 war ich von der Musik Richard Wagners begeistert.

Welches ist Ihre Lieblingsoper von R. Wagner?
Im Lauf der Zeit hatte ich wechselnde Lieblingsopern von Wagner. Besonders fasziniert hat mich aber der „Jahrhundert-Ring“ (Patrice Cherau, Pierre Boulez, Donald Mc Intyre) den ich von 1976 bis 1980 in jedem Festspiel-Jahr genießen konnte.

Was ist Ihre Rolle im RWVI und was für Ziele verfolgen Sie im RWVI?
Meine Rollenverteilung zur Pflege des Vermächtnisses von Richard Wagner wie folgt:
Schwerpunkt ist der RWVI mit der täglichen Korrespondenz, bei der mich unser Sekretär Prof. Cisek weitgehend entlastet. Daneben sind aber Vorbereitungen zu treffen, für den Internationalen Kongress und die Delegiertenversammlung, für die Präsidiumskonferenzen und verschiedene Veranstaltungen der RW-Verbände.
Natürlich ist es dabei auch von Vorteil, dass ich auch stv. Vorstandsvorsitzender der Stipendienstiftung bin und dem Kuratorium der Gesellschaft der Freunde angehöre. Des Weiteren führe ich regelmäßige Gespräche mit der Festspielleitung, besonders z. Zt. mit der Kartenvergabe für 2017. Bei allem ist mir aber auch meine Frau sehr behilflich.
Als Präsident der Gesellschaft der Freunde der Universität Bayreuth habe ich auch viele Terminverpflichtungen, ebenso noch aufgrund meiner früheren beruflichen Tätigkeit als CEO der HWK für Oberfranken.
Ich habe mich in einer für den RWVI schwierigen Phase im Jahr 2015 für das Amt des Präsidenten zur Verfügung gestellt, um wieder Ruhe in den Verband zu bringen und die satzungsmäßigen Aufgaben des RWV in den Mittelpunkt zu stellen. Dies ist m. E. auch gelungen, wie der Ablauf der Mitgliederversammlung am 6. Mai 2016 in Strasbourg auch gezeigt hat. Im Laufe der letzten beiden Jahre sind zudem einige große RW-Verbände wieder in den RWVI eingetreten, die vorher ausgetreten waren.

Wohin würden Sie R. Wagner zu Tisch bitten und was würden Sie ihm gern sagen wollen?

Richard Wagner war ja bekanntlich ein Liebhaber des Bayreuther Bieres, deshalb würde ich ihn in das von ihm selbst noch besuchte Restaurant „Eule“ einladen. Bei einem typischen Bayreuther Schweinebraten mit Klößen würde ich ihm über seinen „Fanclub“, dem RWVI und seinen Aktivitäten berichten. Ich würde ihn beglückwünschen zu seinen Visionen von den Festspielen, von der von ihm noch ins Leben gerufenen Stipendienstiftung und würde ihm sagen, wie stolz er sein kann, dass sein Lebenswerk, seine Festspiele, nach wie vor von seinen Familienmitgliedern mit großem Erfolg geleitet werden.