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12.07.2017
Malwida und Richard
Bericht über den Besuch von Eva Rieger und Dagny Beidler in Kassel
Hoher Besuch aus der Schweiz: Zum Tag der Literatur am 7. Mai, einem Sonntag, kamen Prof. Eva Rieger und Dagny Beidler, die Urenkelin Richard und Cosima Wagners, zu uns nach Kassel. Die Initiative ging aus von Dr. Marlis Wilde- Stockmeyer, der Vorsitzenden der mit uns befreundeten Malwida von Meysenbug -Gesellschaft. Zusammen mit dem Archiv der deutschen Frauenbewegung fungierte der RWV Kassel als Träger dieser Sonderveranstaltung.

Sie wurde zu einem großen Erfolg. Die beiden Damen präsentierten ihr Thema „Die Schriftstellerin Malwida von Meysenbug und der Komponist Richard Wagner: Eine schwierige Beziehung“ äußerst kenntnisreich und geradezu spannend. Der Reiz dabei: Malwida von Meysenbug (1816 – 1903) schwärmte von Richard Wagner (1813 – 1883) bereits, als sie noch keine Note von ihm kannte. Es waren seine Schriften zur Zukunft des Theaters, die sie faszinierten.

Der Vortrag setzte ein mit der missglückten ersten Begegnung der beiden in London, auf die eine lange, sehr enge Freundschaft folgte. Zeitweilig lebte Malwida in der Bayreuther Wahnfried-Villa mit der Familie Wagner zusammen. Zwischen dem später großbürgerlichen Wagner und der liberal-demokratischen Meysenbug gab es viele Spannungen, aber auch viel wechselseitiges Verständnis. „Der kunstreligiöse Anspruch Wagners, den die Idealistin Meysenbug rückhaltlos teilte, verband die beiden, wobei es im praktischen Verhältnis wohl Meysenbugs warmherziger und diplomatischer Art zu verdanken war, dass es nicht zum Bruch kam“ (Werner Fritsch in der HNA vom 10. Mai).

Hansgeorg Kling