Walk of Wagner

Der Walk of Wagner wurde anlässlich des 200. Geburtstags  Richard Wagners von der BMTG (Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH) als Spaziergang durch Bayreuth  konzipiert.
Berlin
Die Stadt machte mit ihrer dürftigen Länge, die sie für Größe ausgibt, einen wahrhaft herabstimmenden Eindruck...
Die Beziehung Wagners zu Berlin als „spannungsreich“ zu bezeichnen, wäre untertrieben. Es dauerte lange, bis Wagner in der Hauptstadt des 1871 gegründeten Deutschen Reiches Anerkennung fand.


Hier feierte er denn doch noch einen späten Berliner Triumph: im Victoria-Theater in der Münzstrasse.

In Berlin lernte das 23jährige Junggenie Fernand Cortez (komponiert vom Hofkapellmeister Spontini) kennen – ein Erlebnis, das im Rienzi seinen dramaturgischen Niederschlag fand. Es sollte drei Jahre dauern, bis der 1841 eingereichte Fliegende Holländer an der Hofoper seine Berliner Erstaufführung erleben sollte: mit Wagner am Pult. Auch der in Dresden bejubelte Rienzi machte den Berlinern, trotz Wagners Leitung, zunächst keinen Eindruck. Der Generalintendant Botho von Hülsen tat alles dafür, Wagner auf der Berliner Bühne zu verhindern. Wagner hat den „Strohkopf“ und „ungewöhnlich bornierten“ Mann so gehasst wie der reaktionäre Hülsen den Revolutionär Wagner verabscheute. Erst 11 Jahre nach der Uraufführung kam hier der Tannhäuser heraus, erst 1859 der Lohengrin. Die Meistersinger von Nürnberg entfachten 1870 einen Skandal. Wichtiger: Wagner und Cosima von Bülow hatten sich während einer Kutschfahrt Unter den Linden inoffiziell verlobt.


Hier hatten des Meisters Werke zunächst keinen Erfolg: die Hofoper an der Prachtstraße Unter den Linden.

Wagner wurde an der Spree erst mit der Gesamtaufführung des Ring rehabilitiert, die im Viktoria-Theater – und nicht an der Hofoper – stattfand. 1881 präsentierte die Reisetruppe Angelo Neumanns das Werk, Wagner wurde nun persönlich gefeiert. Der Triumph ließ vergessen, dass der preußische König zehn Jahre zuvor Wagners Idee abgelehnt hatte, eine Trauermusik zu Ehren der Gefallenen des Krieges von 1870/71 hier aufführen zu lassen. Seit über 100 Jahren aber gehört Berlin zu den bedeutendsten Orten der Wagner-Pflege.

Texte von Antonia Goldhammer und Frank Piontek