Walk of Wagner

Der Walk of Wagner wurde anlässlich des 200. Geburtstags  Richard Wagners von der BMTG (Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH) als Spaziergang durch Bayreuth  konzipiert.
La Spezia
Nach dem Essen nahm ich noch einen Wagen und ließ mich ein Paar Stunden spazieren fahren am Golf: es war Sonntag, Alles geputzt und gescheuert!

Die „Umgegend“ dürfte auch sein Herz entzückt haben: der Golf von La Spezia an der ligurischen Küste.

Es gibt gute Gründe für den Umstand, dass La Spezia heute eine Partnerstadt Bayreuths ist.

Wurde die Hafenstadt an der Ostküste Liguriens auch 1860 großflächig und repräsentativ umgestaltet, so sollte man sich daran erinnern, dass Richard Wagner hier – vertrauen wir seinem Bericht – zum revolutionären Vorspiel des Rheingold inspiriert wurde. Am 4. September 1853 reiste er mit dem Dampfschiff von Genua an, um sich, erschöpft von der Seefahrt, krank darniederzulegen. Später berichtete Wagner in Mein Leben: „Ich suchte in Spezia den besten Gasthof auf, welcher zu meinem Schrecken in einer engen geräuschvollen Gasse lag. Nach einer in Fieber und Schlaflosigkeit verbrachten Nacht zwang ich mich des andren Tages zu weiteren Fußwanderungen durch die hügelige, von Pinienwäldern bedeckte Umgegend. Alles erschien mir nackt und öde, und ich begriff nicht, was ich hier sollte. Am Nachmittage heimkehrend, streckte ich mich todmüde auf ein hartes Ruhebett aus, um die langersehnte Stunde des Schlafes zu erwarten. Sie erschien nicht; dafür versank ich in eine Art von somnambulem Zustand, in welchem ich plötzlich die Empfindung, als ob ich in ein stark fließendes Wasser versänke, erhielt. Das Rauschen desselben stellte sich mir bald im musikalischen Klange des Es-dur-Akkordes dar...“

Das erste Manuskript dieser ungewöhnlich wogenden Musik verrät, dass es sich wohl weniger spektakulär mit „Empfindung“ verhielt – doch Wagner schätze seine Inspirationslegenden. Auf jeden Fall erhielt die kleine Stadt auf diesem Weg einen bemerkenswerten Platz in der Musikgeschichte.


La Spezianerinnen oder Zeitgenossinen der Wagner-Epoche – festgehalten von Telemaco Signorini.

Texte von Antonia Goldhammer und Frank Piontek