Walk of Wagner

Der Walk of Wagner wurde anlässlich des 200. Geburtstags  Richard Wagners von der BMTG (Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH) als Spaziergang durch Bayreuth  konzipiert.
Teplitz
Ach, dieß Töplitz mit seiner weitesten Umgebung ist wohl das Schönste das ich kenne!
Der Kurort Teplitz, zu Wagners Zeiten auch „Töplitz“ genannt (heute Teplice in der Region Ústí, Tschechien) spielt werkgeschichtlich wie biographisch in Wagners früheste Zeit, in die Jugendzeit und die Zeit der „romantischen Oper“ hinein.


Auch dieser böhmische Marktplatz sah den jungen Wagner hinwegeilen: Teplitz im 19. Jahrhundert.

In diesem böhmischen Klein-Paris, das schon die europäische Adels- und Geistesaristokratie empfangen hatte (etwa Goethe und Beethoven), hielt sich schon der kleine Richard auf: im Juli 1813 fuhr Wagners Mutter – ohne ihren Mann! – mit dem Baby durchs napoleonische Kriegsgewirr nach Teplitz, so daß schon der zwei Monate alte Wagner die Kurpromenade von Teplitz kennenlernen konnte. Wagner liebte die böhmische Landschaft; 1827 berührte er auf seiner Fußreise nach Prag auch Teplitz. Bedeutender wurde der Aufenthalt im Juni 1834, als er mit dem Jugendfreund Theodor Apel zwei Wochen im König von Preußen wohnte. Wagner hat sich hier auch inspirieren lassen: Auf der über der Stadt gelegenen Höhe der pittoresken Schlackenburg (Škvárovník), wo sich eine beliebte Restauration befand, entwarf er den Text des Liebesverbots – und später das Szenarium des Tannhäuser. 1842 reiste der Dresdner Kapellmeister mit seiner Frau und deren Schwester Jette nach Teplitz-Schönau; das Ehepaar wohnte nun im Gasthof Zur Eiche: „den Schloßberg vor der Nase - einen Kuhstall unter uns“.


„Ins Bad!“ - dies sollte Jahrzehnte später Kundry dem kranken Amfortas befehlen. Wagner erfuhr schon in Teplitz, was ein Kurbad ist.

1875 besuchten Richard und Cosima Wagner ein letztes Mal den Kurort, wo sie im König von Preußen abstiegen, „wo vor 30 Jahren Richard und Apel geschwelgt“. „Herrlicher Abend, schöne Stimmung, schönes Land“, notierte die glückliche Ehefrau.

Texte von Antonia Goldhammer und Frank Piontek