Walk of Wagner

Der Walk of Wagner wurde anlässlich des 200. Geburtstags  Richard Wagners von der BMTG (Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH) als Spaziergang durch Bayreuth  konzipiert.
Prag
Lange Zeit hindurch hat der Besuch namentlich Prags auf mich einen völlig poetischen Zauber ausgeübt.

Palais Pachta

Auch Prag gehört zu den Wagnerschen Uraufführunsgstätten, denn eine Symphonie und eine berühmte Opernnummer erlebten ihre Premiere an der Moldau.

1826 kommt der 13jährige Richard zum ersten Mal in die bedeutende Stadt: auf einer Böhmentour. Hier wird er in der musischen Familie des Grafen Pachta herzlich aufgenommen – und er verliebt sich unglücklich in Jenny Pachta. 1832 reist er ein zweites Mal nach Prag, wo er – auch inspiriert von der unglücklichen Liebe - das Textbuch zu seiner ersten (unvollendeten) Oper Die Hochzeit schreibt. Als er 1827 wiederkehrt, erfreut ihn einer der typischen böhmischen Wander-Harfenisten. 1832 sollte er selbst als Musiker und Komponist in Prag einen Erfolg feiern: als Autor der C-Dur-Symphonie, die von den Studenten des Konservatoriums aus der Taufe gehoben wird.

1834 und 1843 finden die nächsten Besuche statt, der letztere in Begleitung von Gattin Minna. Nun kann er bemerken, „dass meine schönen Jugendgenossinnen, Jenny und Auguste Pachta, wirklich glückliche Heiraten in die allerhöchste Aristokratie gemacht hatten“. Wichtiger ist die Tatsache, dass 1848 in Prag eine der wenigen Opern uraufgeführt wird, die auf ein Libretto von Wagner komponiert wurde: Friedrich Kittls Bianca und Giuseppe – und 1863 dirigiert Wagner hier erstmals das Schusterlied aus den noch nicht vollendeten Meistersingern von Nürnberg. 1875 berührt schließlich die Familie Wagner ein letztes Mal die Stadt, wo man im Schwarzen Ross (am Graben) übernachtet.


Hier, im Konservatorium, wurde ein frühes, interessantes Werk uraufgeführt: die einzige vollendete Symphonie des Junggenies.

Für den jungen Wagner war Prag eine wichtige berufliche Station, für den Wagner der Pariser Jahre die Hauptstadt des „schönen Böhmen“, dem „Land der Harfenspieler und Straßensänger“, für den älteren Herren immerhin noch eine angenehme Stadt - die bis heute eine intensive Wagnerpflege betreibt.

Texte von Antonia Goldhammer und Frank Piontek