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29. Jan 2020
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2020
Düsseldorf
Vortrag RWV Düsseldorf - Ohne Meyerbeers Le Prophète kein Ring?
Der Richard-Wagner-Verband Düsseldorf e.V. lädt ein zu dem Vortrag
"Ohne Meyerbeers Le Prophète kein Ring?"

Der Einfluß Meyerbeers auf Wagners Musikdramen von Prof. Dr. Matthias Brzoska Professor für Musikwissenschaft an der Folkwang Universität der Künste Essen
29. Januar 2020 um 19.00 Stadtmuseum Düsseldorf, Ibach-Saal Berger Allee 2, 40213 Düsseldorf

Im Anschluß an den Vortrag laden wir zu einem kleinen Umtrunk. Der Vortrag Der Einfluß Meyerbeers auf Wagner läßt sich biographisch in drei Phasen darstellen. In der ersten Phase zwischen 1837 und 1841 ist Wagner begeisterter und kritikloser Schüler des von ihm "innig verehrten Meisters", der ihn seinerseits nach Kräften fördert und der ihm letztlich auch erfolgreich eine Karriere am Dresdner Hof verschafft. In diesem Zeitraum enstehen Wagners Opern Rienzi und der Fliegende Holländer.

In der zweiten Phase, die sich von 1842 bis zu Wagners "Propheten-Erlebnis" von 1850 erstreckt, ist sein Verhältnis zu Meyerbeer ambivalent. Zwar wendet er sich weiterhin immer wieder mit Bitten um Unterstützung an Meyerbeer und wird auch nach wie vor von Meyerbeer gefördert, aber er äußert sich nun Dritten gegenüber immer häufiger kritisch über Meyerbeer. Als Komponist versucht er, dem Modell der Grand Opéra nunmehr eine deutschnationale Konzeption entgegenzuhalten, die vor allem in Tannhäuser und Lohengrin greifbar wird.

Die dritte Phase beginnt mit Wagners zweitem Paris-Aufenthalt, aufgrund seiner Verstrickung in die Dresdner Aufstände von 1848 nunmehr als steckbrieflich gesuchter Exilant. In diese Phase fällt auch das Erlebnis der Aufführung von Meyerbeers neuer Oper Le Prophète im Februar 1850. Es löste offenbar eine künstlerische Krise aus. Diese Krise führte nun sehr schnell zur offenen Abwendung Wagners von Meyerbeer, die in dem gegen Meyerbeer gerichteten Pamphlet über Das Judenthum in der Musik vom August 1850 gipfelt. Auf der Ebene der Werke entspricht dem die Neukonzeption der Siegfried-Oper und ihrer Ausfaltung zur Tetralogie.



Der Referent Prof. Dr. Matthias Brzoska studierte in Marburg Romanistik und Musikwissenschaft, u.a. bei Prof. Sieghart Döhring. 1986 Promotion mit einer Arbeit über den Komponisten Franz Schreker. 1992 Habilitation mit „Die Idee des Gesamtkunstwerks in Frankreich“. 1992 Professor für Musikwissenschaft an der Folkwang Universität der Künste Essen insbes. für Operngeschichte, französische Musik, Musikästhetik in Frankreich und Deutschland. Mitarbeit u.a. bei der Robert Schumann Forschungsstelle Düsseldorf. Herausgeber der kritischen Ausgabe von Meyerbeers Oper „Le Prophète“; 2011 Berufung in die Akademie der Wissenschaften und der Künste NRW. 2014 Verleihung des Ordens „Officier des Palmes Académiques“ der République Française; Programmbeauftragter des binationalen deutsch-französischen BA-Studiengang „Musikwissenschaft/musique et musicologie“ der Universitäten Folkwang Essen und François Rabelais in Tours. 2017 und 2018 Gastprofessor an der Shanghai Normal University; 2019 Lecturer an der Stanford University, Palo Alto, Kalifornien und der University of Northern Texas, Denton, Texas.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie, liebe Mitglieder und liebe Freunde, an diesem Abend im Ibach-Saal des Stadtmuseums Düsseldorf begrüßen könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Gisbert Lehmhaus
Vorsitzender Richard-Wagner-Verband Düsseldorf e.V.

Eintritt € 10, Mitglieder € 7, Schüler/Studenten frei
Parkmöglichkeiten: Parkhaus Carlsplatz bzw. Tiefgarage Altstadt-Rheinufer