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Das Goldene W ist eine Auszeichnung, die an jemanden verliehen werden kann, der mindestens zehn Jahre lang den Vorsitz eines Richard-Wagner-Ortsverbands innehat. In dieser festen Rubrik lernen wir die Menschen hinter der Anstecknadel kennen und erfahren, was sie über all die Jahre inspiriert und motiviert hat.
Glauben, dass das Unmögliche möglich ist
John Mastrogiovanni engagiert sich seit mehr als dreißig Jahren für seinen Wagner-Verband. Als Vorsitzender hält er nicht nur Traditionen lebendig, sondern möchte vor allem anderen Menschen die Kraft von Richard Wagners Werk nahebringen.
Manche Vorsitzende streben dieses Amt ganz bewusst an. Bei John Mastrogiovanni war es anders. Als er 1992 Mitglied der Wagner Society of Southern California (WSSC) wurde, begann er nahezu sofort, den damaligen Vorsitzenden zu unterstützen. Als dessen Gesundheit nachließ, übernahm John immer mehr Verantwortung. Sein Vorgänger erkannte nicht nur Johns Verbundenheit mit Richard Wagner, sondern auch sein Engagement für die Zukunft des Verbands. 2009 begann er, John Schritt für Schritt auf den Vorsitz vorzubereiten. Im Mai 2010 übernahm John offiziell die Leitung.
Inzwischen ist er seit sechzehn Jahren Vorsitzender. Zu den Traditionen, auf die er besonders stolz ist, gehört das alljährliche Bayreuth Gala Dinner im August. Den Grundstein dafür legte sein Vorgänger Sherwin Sloan. John betrachtete es als seine Aufgabe, dessen Vision fortzuführen. Seither findet das Galadinner jedes Jahr statt, auch wenn die Organisation, wie er offen einräumt, nicht immer einfach gewesen ist.
Gerade darin liegt jedoch ein wesentlicher Teil seiner Motivation. Für John geht es beim Vorsitz nicht in erster Linie um ein Amt oder eine Position. Natürlich kann Führung dazu beitragen, einem Verband eine Richtung zu geben, doch dort beginnt es für ihn nicht. Am Anfang stehen die Liebe zu Wagners Werk und die Freude, die entsteht, wenn andere Menschen es kennenlernen.
Er erlebt mit Begeisterung, wie Menschen Wagner entdecken: bei einer Aufführung, einem Vortrag, in einem Gespräch oder während einer gemeinsamen Veranstaltung. Besonders der Augenblick, in dem jemand sichtbar von der Musik berührt wird, inspiriert ihn immer wieder. „Meine größte Freude besteht darin, zu sehen, wie andere Wagner selbst erleben." Diese Freude gibt ihm die Energie, sich weiterhin mit ganzer Kraft einzusetzen.
Das Goldene W bedeutet ihm daher mehr als nur die Anerkennung für einen langjährigen Vorsitz. Für John bestätigt die Auszeichnung zunächst, dass es ihm gelungen ist, die Vision seines eigenen Verbands über mehr als ein Jahrzehnt hinweg erfolgreich fortzuführen. Zugleich sieht er darin ein Zeichen dafür, dass der RWVI und andere Wagner-Verbände seinen Beitrag zur internationalen Wagner-Bewegung wertschätzen.
Sein Rat an andere Vorsitzende ist ebenso ehrgeizig wie praktisch: Glaubt daran, dass das Unmögliche möglich werden kann. Ein Vorsitzender sollte seinen Verband nach Johns Überzeugung so sehr lieben, dass die eigene Begeisterung andere dazu anregt, mitzuhelfen. Diese Verbundenheit sollte jedoch zugleich stark genug sein, um weiterzumachen, wenn sich niemand von selbst zur Unterstützung bereitfindet. Dann muss man bereit sein, selbst zu tun, was notwendig ist — mit Leidenschaft und ohne Bedauern.
Auch Vorstandsmitglieder spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie gehören dem Vorstand nicht nur an, um an Sitzungen teilzunehmen, sondern um ihren Verband in die Lage zu versetzen, seine Ziele tatsächlich zu verwirklichen. Mitunter erfordert das einen Sprung ins Ungewisse. Gerade in Städten und Regionen, in denen die Werke Richard Wagners nur selten aufgeführt werden, können die Möglichkeiten begrenzt erscheinen.
John sieht darin jedoch keinen Grund, von vornherein aufzugeben. Gerade dort kann ein Ortsverband zu einem Anlaufpunkt für Menschen werden, die Wagners Werk lieben. Das muss seiner Ansicht nach nicht kompliziert sein. Manchmal kommt man gerade dadurch voran, dass man die Dinge einfach angeht und sie zugleich ansprechend, inspirierend und lebendig gestaltet.
Die goldene Anstecknadel mag klein sein, doch die Geschichte dahinter ist es keineswegs. Es ist eine Geschichte von Treue, Verantwortung und sechzehn Jahren im Vorsitz. Vor allem aber ist es die Geschichte eines Menschen, der seine eigene Begeisterung immer wieder weitergeben möchte. Denn für John Mastrogiovanni wird Wagner erst dann wirklich lebendig, wenn auch andere ihn entdecken.




