© Badisches Staatstheater Karlsruhe, Siegfried 2019

News des Präsidiums

07.03.2017
Opernsänger Kurt Moll ist tot
Eigentlich wollte er Cellist werden. Nur weil er diesen Wunsch zurückstellte, machte er eine Weltkarriere mit seiner Stimme. Jetzt ist der dunkel getönte Bass für immer verstummt.
Der Opernsänger Kurt Moll ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Der in Buir bei Köln geborere Bass erlag einer langen, schweren Krankheit, wie die Bayerische Staatsoper in München mitteilte.

Indentant Nikolaus Bachler würdigte ihn als einen der wichtigsten Interpreten seines Fachs. "Wie kein anderer vermochte es Kurt Moll, die großen Bass-Partien von Wagner, Mozart und Strauss zum Leben zu erwecken." Sein Tod sei ein großer Verlust "für sein Publikum in München, Deutschland und der ganzen Welt", so Bachler.

Großer Wagner-Interpret

Die Staatsoper widmet dem Sänger die Vorstellung von Mozarts "Entführung aus dem Serail" am 24. März. Dem Münchner Haus blieb der Sänger stets verbunden, bis zum Ende seiner Weltkarriere. Dort hatte Moll 1971 - zehn Jahre nach seinem ersten Auftritt am Staatstheater Aachen - sein Debüt gegeben und sich 2006 von seinem Publikum verabschiedet.

Dazwischen hatte Moll so ziemlich alles erreicht, wovon ein Bass träumen kann. Und das, obwohl er eigentlich gar nicht Sänger, sondern Cellist werden wollte. 1968 wirkte er erstmals bei den Bayreuther Festspielen mit und feierte als großer Wagner-Interpret auf dem grünen Hügel und weltweit fortan große Erfolge.

Mailand, Paris, Salzburg, Barcelona, San Francisco

Moll sang an der Mailänder Scala, an der Grand Opéra in Paris und bei den Salzburger Festspielen genauso wie in London, Barcelona, San Franciso oder Buenos Aires. Darüber hinaus gehörte er zu den wenigen Sängern, die auch an die Ost-Berliner Staatsoper geholt wurden.

Kritiker lobten an der dunkel getönten, machtvollen Bassstimme das makellose Legato und ihre Beweglichkeit. Die Tageszeitung "Die Welt" feierte Moll zu seinem 70. Geburtstag als "erschütternd existenziellen Sänger, dessen Intensität einem zuweilen buchstäblich die Beine wegschlug".

jj/wl (dpa, munzinger)
DW